Ein Hirten-Gebetswort von Pastor Jürgen Grün

Liebe Freunde, liebe BeterInnen,

dass Eines von vorn herein klar bleibt: wir sind als Christen Menschen der Hoffnung, der Zuversicht und der Geborgenheit Jesu. Wir „wissen“, der Herr der Welt ist im Regiment und hat die Weltgeschichte unter seiner Kontrolle.

Trotzdem sind wir Teil dieser Welt. Aber, wir sehen „mit anderen Augen“, denken in Vielem anders, reden, reagieren und handeln hoffentlich anders. Vor allem beten wir anders, jedenfalls hoffe ich das.

Keiner kann im Moment absehen, wie sich alles entwickelt, die Ausbreitung des Corona-Virus hat wohl viele, z. T. noch unabsehbare Gefahren und Folgeerscheinungen. In Norditalien bricht gerade das Gesundheitssystem zusammen. Die Weltwirtschaft erlebt eine Belastung, wie sie schon seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr da war. Und da geht es nicht nur darum, dass einige Leute etwas weniger verdienen. Es werden wieder die Ärmeren sein, die brutal getroffen werden. Manche sagen: es ist alles übertrieben. Wissen wir´s? Schön, wenn sie Recht haben. Wenn nicht, tragen sie mit diesen Äußerungen noch zur Verschlimmerung bei.

All das ist vor allem auch die „Stunde der Beter“, die Christus suchen. Fragend, hörend, fürbittend, segnend.

Was „uns Beter“ (ich wünschte, das wären wir Christen alle!) aber betrifft, sollten wir uns motivieren, ja anfeuern lassen von dem berühmten Wort, das der Prophet im Namen Gottes an die Gemeinde Juda im Exil in Babylon schreibt: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl!“

Wie mache ich das persönlich?

> Ich preise Gott dafür, dass er die Herrschaft inne hat über Gutes und Schweres, Gnade und Gericht.

> Ich danke Gott für das unzählig Gute, dass wir immer noch jeden Tag erfahren dürfen.

> Ich beuge mich unter die Schuld und Sünde meines Volkes, die Gott immer mehr vergisst und verwirft, um ohne ihn an der Restaurierung des irdischen Paradieses zu arbeiten.

> Ich rufe ihn an, dass er durch diese „Warnungen“ sein Volk aufrüttelt, sich ihm neu zu unterstellen … ihm zu folgen, zu gehorchen, Buße zu tun, sich ausrichten zu lassen, sein Wort und die Prophetie ernst zunehmen.

> Ich bete, dass er der Gemeinde Jesu und ihren Leitern besondere Weisheit gibt, mit der Lage intern in den Gemeinden und mit der Gesellschaft umzugehen.

> Ich bete für die „Obrigkeit“ (die Leiter in Politik, Wirtschaft und anderen öffentlichen Bereichen), dass sie die rechten Entscheidungen treffen, Weisheit, Mut und Ehrfurcht haben und wirklich für das Ganze denken und handeln.

> Ich bete für die betroffenen Menschen, die Alten, Kranken, Risikopatienten, aber auch für das an der Grenze der Kraft arbeitende Personal in den Krankenhäusern und Praxen.

> Ich bete für die Medien, dass sie seriös, hilfreich und vertrauenserweckend mit der Lage umgehen.

> Ich bete, dass es nicht zu schwerwiegenden Folgeproblemen kommt: Kriege, Wirtschaftszusammenbrüche, folgenschwere Engpässe.

> Ich bete, dass wir andere wichtige Probleme nicht aus den Augen verlieren und nur noch angstgelähmt auf die Ausbreitung von Corona starren.

> Ich bete, dass wir als Christen inmitten von Angst, Ratlosigkeit und Not ein helles, gutes Zeugnis sein können für den „Rex coronam excelsis“, den „Herrn der höchsten Krone“.


Wie ruft Jesus seine Gemeinde auf: „Wachet und betet - damit ihr nicht in der Stunde der Versuchung zu Fall kommt!“

Jürgen Grün